Um Erdgas wirtschaftlich transportieren zu können, wird es unter hohem Druck durch das überregionale Verteilungsnetz der Erdgaslieferanten transportiert.
Da es jedoch für die Verteilung an Haushalte und Industrie nicht unter einem solch hohen Druck stehen muss, reduzieren wir das Erdgas an bestimmten Stellen im Versorgungsnetz. Dies geschieht im Allgemeinen über eine mechanische Drosselung. Da das Erdgas bei der Drosselung aber Wärme abgibt, sich also abkühlt, muss es vorgewärmt werden. Dies geschieht normalerweise über eine konventionelle Kesselanlage.
Erdgasentspannung:
Bereits im Jahr 1989 haben wir als Anbau an eine vorhandene Erdgas-Übernahmestation die Erdgas-Entspannungsanlage mit BHKW im Stadtteil Dortmund-Eving in Betrieb genommen, um das Druckgefälle zwischen Lieferantennetz und dem DEW21 Versorgungsnetz wirtschaftlich zu nutzen.
Es kamen an sich nur zwei Verfahren in Betracht. Die Nutzung mit Hilfe eines Entspannungsmotors oder einer Entspannungsturbine. Die in Dortmund vorhandenen Rahmenbedingungen und die technische Abwägung gaben den Ausschlag für die Entspannungsturbine. Die auch hier erforderliche Vorwärmung des Erdgases wollte man mit so genannten Blockheizkraftwerken (BHKW) durchführen. Hierbei handelt es sich um überdimensionale Motoren, die mit Erdgas befeuert werden, einen Generator antreiben und Wärme erzeugen.
Das Erdgas wird mit einem Druck von ca. 40 bis 55 bar und einer Temperatur nach Vorwärmung von ca. 75°C in die erste Entspannungsturbine geführt.
Der Ausgangsdruck beträgt ca. 12 bar und 10°C. Die maximale Gasmenge beträgt 60.000 Normkubikmeter Erdgas pro Stunde (m³n/h). Diese Gasmenge kann ganz oder teilweise in den Hochdruckteil des städtischen Transportnetzes geleitet werden.
Der andere Teil kann über eine zweite Turbine auf ca. 4 bar entspannt werden. Auch hier wird vorher auf ca. 65°C vorgewärmt und das Erdgas kommt mit ca. 6°C aus der Turbine.
Die maximale Durchsatzmenge beträgt auch hier 60.000 m³n/h. Beide Turbinen zusammen treiben einen Generator an, der über eine Schaltanlage mit dem städtischen Elektro-Versorgungsnetz verbunden ist und die erzeugte elektrische Energie einspeist. Die Einspeisung wird auf der Spannungsebene 10.000 Volt vorgenommen.
Die Vorwärmung wird über vier BHKW vorgenommen. Die erzeugte elektrische Energie wird wiederum in das städtische Versorgungsnetz eingespeist. Mit der Abwärme der Motoren wird das Erdgas für den Entspannungsprozess vorgewärmt.
Insgesamt erreicht die Anlage einen thermischen Wirkungsgrad von ca. 60% und einen elektrischen Wirkungsgrad von ca. 80%. Damit können konventionelle Kraftwerke nicht konkurrieren. Insgesamt hat die Anlage seit ihrer Inbetriebnahme über 120 Mio. kWh elektrischer Energie in unser Stromversorgungsnetz eingespeist. Die jährlich erzeugte Menge reicht für ca. 8.000 Haushalte.











