DEW21 prüft Umstellung des Wasserpreissystems

Alle Wasserkunden werden dafür in den kommenden Tagen angeschrieben und um eine freiwillige Selbstauskunft gebeten

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) prüft derzeit eine Umstellung des bestehenden Wasserpreissystems für Tarifkunden zum Sommer 2021, da sich beim aktuell geltenden Wasserpreissystem Reformbedarf offenbart. 

 

In den vergangenen Jahren hat sich das Verbrauchsverhalten der Trinkwasserkunden durch verschiedene Einflussfaktoren wie den Struktur- und Klimawandel sowie durch demographische Entwicklungen nachhaltig verändert. Während die Bevölkerungszahl in Dortmund sich nur marginal geändert hat, hat sich der Wasserverbrauch nahezu halbiert. Das Wasserpreissystem wurde jedoch noch nicht auf diese Veränderungen angepasst. Die Trinkwasserversorgung ist derzeit zu rund 80 Prozent durch Fixkosten gekennzeichnet. Dies bildet sich in der aktuellen Preisstruktur für den Kunden jedoch nicht ab – hier dominiert der Verbrauchspreis gegenüber dem jährlichen Grundpreis. Diese geltende Systematik kann zu einem Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Kundengruppen wie bspw. Ein- und Mehrfamilienhausbesitzern führen.

 

Aus dem Grund prüft DEW21 nun eine Umstellung des Wasserpreissystems mit dem Ziel, die Kosten auf Seiten der Wasserkunden ausgewogener und verursachergerechter aufzuteilen. Für diese Prüfung muss DEW21 von den Kunden jedoch mehr über die Gebäudenutzung und -größe erfahren. Da dem Unternehmen dazu keine Daten vorliegen, müssen diese bei den Kunden erfragt werden. Nur so kann zuverlässig abgeschätzt werden, ob die in Betracht gezogene Preissystematik passen würde.

 

Freiwillige Kundenselbstauskunft startet im Dezember

 

Dafür werden ab dem 7. Dezember alle Tarifkunden, die von DEW21 Trinkwasser beziehen, mit der Bitte um eine Selbstauskunft zur Versorgungssituation angeschrieben. Adressaten sind die privaten und gewerblichen Hausbesitzer bzw. deren Verwalter. In dem Schreiben werden die Kunden über das geplante Vorgehen sowie die Gründe dafür informiert und um freiwillige Informationen zur Gebäudenutzung und -größe gebeten. Um bei der Untersuchung einer möglichen Wasserpreisumstellung zu einem zuverlässigen Ergebnis zu gelangen, ist die Erhebung der Daten unumgänglich. Fehlende Angaben werden zunächst geschätzt, können von den Kunden jedoch später nachgereicht werden. 

 

Entscheidung zum weiteren Vorgehen erfolgt im Frühjahr 2021

 

Die finale Entscheidung über eine Umstellung und wie diese gestaltet sein könnte, kann erst nach dem Abschluss der Untersuchungen getroffen werden. Dies wird frühestens im Frühjahr 2021 der Fall sein. Andere Stadtwerke und Wasserversorgungsunternehmen in NRW haben bereits ähnliche Umstellungsverfahren umgesetzt. Da dadurch eine höhere Verursachungsgerechtigkeit auf Kundenseite und eine größere Sicherheit auf Seiten der Wasserversorger gewährleistet wird, empfehlen auch der Bund der Steuerzahler, Vertreter der NRW-Landesregierung und die Landeskartellbehörde derartige Preisumstellungen. Ziel ist es, dass die weit überwiegende Mehrheit der Kunden durch die Umstellung des Preissystems nur geringfügig mehr oder weniger bezahlen. Wie genau dies bei DEW21 aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen.

Ihre Ansprechpartnerin

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