Eine Fotoserie über „utopische Räume“, die eine ganze Gesellschaft und ihre Bedürfnisse darstellen, führte die Berliner Fotokünstlerin Melanie Hübner nach Dortmund. Im Fokus ihrer Arbeit? Der Hochbehälter „Höchsten 2“, einer von insgesamt acht Stück in Dortmund.

 

Knapp 15.000 m³ Wasser, umgerechnet also knapp 100.000 Badewannenfüllungen, werden hier im Tagesverlauf gespeichert, bevor das Trinkwasser in die Dortmunder Haushalte gelangt. Damit leistet der unterirdische Riese einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in unserer Stadt – und ist damit auch ein Paradebeispiel für einen Ort, der eine große Bedeutung für eine ganze Gesellschaft hat.

 

„Mit meiner Fotoserie möchte ich die Aufmerksamkeit auf Räume lenken, in denen sich eine Gesellschaft und ihre Bedürfnisse abzeichnen“, erklärt Melanie Hübner. „Trinkwasser ist Lebensmittel Nummer 1 und für die Gesellschaft existenziell – vor dem Hintergrund stand dieses Motiv sehr schnell für mich fest.“

 

Für ihre Fotoserie greift die Absolventin der Folkwang-Universität in Essen auf eine analoge Mittelformatkamera zurück, eine Pentax 6x7 – ganz klassisch mit Filmrolle. Die Umsetzung kann dabei schon mal kniffelig werden, denn Melanie Hübner nutzt ausschließlich das vorhandene Licht. „So kann ich den Ort so neutral wie möglich ablichten“, erklärt sie.

 

Aber natürliches Licht gibt es in der großen Behälterkammer am Höchsten nicht. Die einzigen Lichtquellen sind Scheinwerfer, die das Wasserbecken und den stegähnlichen Zugang beleuchten. Doch mit den richtigen Einstellungen war das kein Hindernis für die Fotografin, sondern trägt vielmehr dazu bei, die Atmosphäre vor Ort optimal einzufangen. „Und die ist mit den vielen Säulen, den scheinbar bewegungslosen Wassermassen und der unglaublichen Stille wirklich einmalig – da kommt einem schon das Geräusch des Kamera-Auslösers laut vor“, findet Melanie Hübner.