In diesem Jahr vergibt die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) zum 13. Mal den DEW21 Kunstpreis. Aus rund 200 Bewerbungen hat eine Expertenjury 11 Künstlerinnen und Künstler für den DEW21 Kunstpreis 2017 nominiert.

 

Diese werden ihre Werke in einer sechswöchigen Ausstellung im „Dortmunder U“ einer breiten Öffentlichkeit präsentieren – und ermöglichen den Besuchern so eine spannende Reise durch die zeitgenössische Ruhrgebietskunst. Die Entscheidung über die Preisträger wird erst direkt vor der Vernissage getroffen, die am 11. Oktober 2018 stattfindet. Der Hauptpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Er setzt sich zusammen aus 2.500 Euro Preisgeld und 7.500 Euro für eine Einzelausstellung mit Katalog. Im Rahmen des DEW21 Kunstpreises wird seit 2012 auch ein Förderpreis vergeben, um Nachwuchskünstlerinnen und Künstler in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dieser ist mit 2.500 Euro dotiert.

 

Die 11 nominierten Künstlerinnen und Künstler 

Timo Klos

Das Thema Vergänglichkeit steht bei den Arbeiten des Dortmunder Fotografen Timo Klos im Vordergrund. Er setzt sich mit dem Moment in seiner Bedeutung innerhalb der Wirklichkeit von Fotografien und in der Realität außerhalb der Fotografien auseinander. In seiner Arbeit macht er diese als Prozesse sichtbar. Für sein Werk „Etwas mehr als 5 Minuten“ hat er bspw. die Sicht auf das Meer in einem Abstand von genau einer Sekunde in 330 Bildern festgehalten. Dabei erscheinen die Bilder nur auf den ersten Blick identisch. Denn jeder Moment – auch wenn ihn nur eine Sekunde trennt – bringt ein individuelles Motiv mit sich.

 

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Tim Sandow

„Durch den Wald pirschende, vermummte Gestalten mit Maschinengewehr im Anschlag, ein Kapuzenjunge mit Hundeleine auf einer unheimlichen nächtlichen Straße oder ein Blick über den Schiffsbug hinüber zur aufgewühlten See mit darin schwimmenden korpulenten Männern: die Malereien von Tim Sandow sind voll von skurrilen Protagonisten und rätselhaften Settings. Er möchte Geschichten erzählen, so Sandow, und male dabei mit dem neugierigen Interesse eines Zwanzigjährigen.“ - Günther Oberhollenzer

 

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Henk Wittinghofer

Wiederholungen sind für Henk Wittinghofer ein Sinnbild für den künstlerischen Prozess. Sie bieten die Chance, immer wieder an den Anfang zurückzukehren, um sich von den eigenen Erwartungen lösen zu können. Auch in seiner Arbeit „Keine falsche Bewegung“ hat er mit Wiederholungen in Form von periodischen Filmstrukturen, Drehungen und ritualisierten Handlungen gearbeitet und sich mit deren Auswirkung auf Körper, Raum und Wahrnehmung befasst. Wiederholungen schaffen für ihn außerdem eine Atmosphäre der Leere, die es dem Betrachter ermöglicht, eigene Erfahrungen machen zu können.

 

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Christina Böckler

Mit dem klassischen Begriff der Plastik kommt man bezogen auf Christina Böcklers Kompositionen nicht recht weiter, und auch der Terminus der Installation erscheint unpassend, weil frei von jeder Poesie. Wer sich ihre bildhauerische Arbeit vor Augen führt, möchte meinen, dass sich nahezu durchgängig das Thema Stillleben aufdrängt. Böcklers Arbeiten entfalten ihre ganz besondere Kraft dadurch, dass sie die Dinge in stringenter Kombinatorik, die das Triviale, Biedere und Biographische nicht ausschließt, zum Sprechen bringt.

 

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Matthias Danberg

Rein digitale Kunstproduktion – damit hat sich Matthias Danberg in der Szene etabliert. Seine Werke entstehen allesamt am Computer und im 3D-Drucker. Dabei verschmelzen ganz unterschiedliche Welten: Science-Fiction, fantasievolle, aber auch bedrohlich wirkende Technik in dystopischen Welten, bevölkert mit Fragmenten menschlicher Körper. Mit seinen Werken zielt er nicht auf die Illustration zeitgenössischer Ereignisse, sondern möchte die durch die Technik herbeigeführten kulturellen Entwicklungen verdeutlichen.

 

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Lena von Goedeke

In akribischer Handarbeit gefertigte Scherenschnitte stehen im Kontrast zu massiven, dabei fast schwebende Landschaften aus Zement – die Werke von Lena von Goedeke muss man im Original betrachten, um sie zu begreifen. Die Meisterschülerin von Prof. Michael van Ofen stellt Landschaft in vielen ihrer Arbeiten in den Mittelpunkt. In der künstlerischen Gestaltung setzt sie sich mit Oberflächenstrukturen auseinander und nutzt unterschiedlichste Materialien wie Zementsand oder Marmor.

 

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Beatrice Richter

„Unbekannte Welten, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat: So könnte sich der Betrachter beim Erfassen der Werke von Beatrice Richter fühlen. Sie führen in einen irrealen Raum, der ebenso geheimnisvoll wie vertraut erscheint. Von einem entfernten Standpunkt aus blickt der Betrachter durch ein schwarzes Tondo auf organische Formen und emergente Verwachsungen in einer anderen, unberührten naturähnlichen Umgebung, die sich auf dem Papier entwickelt. Es ist jedoch eine Welt, in die man nicht hineinkommt. Sie bleibt unnahbar wie ein abgeschlossenes Biotop und zugleich löst sie den Wunsch aus, sie zu erforschen.“ – Jill Praus

 

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Natalie Richter

Eine 26-teilige Fotoserie widmet die Fotografi n Natalie Richter dem Wallfahrtsort Lourdes in Südwestfrankreich, in dem 1858 die Heilige Jungfrau Maria erschienen sein soll. Im Fokus der Arbeit stehen Souvenirs, die in den zahlreichen Souvenirläden der Stadt in vielfältigsten Varianten wiederzufinden sind. Neben Behältern für das Quellwasser von Lourdes, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden, sind das vor allem Varianten der Lourdes-Madonna. In der Fotoserie „Souvenir de Lourdes“ befasst sich Natalie Richter vor diesem Hintergrund mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen Ur- und Abbild, Original und Reproduktion, Heiligem und Profanem.

 

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Sven Tölle

Für Sven Tölle wird die Malerei nicht neu erfunden, sie erfindet sich in jedem Bild selbst neu. Er spielt mit den Seh-, Farb- und Malgesetzen und zitiert bei der Motivik und Figuration verschiedene kunstgeschichtliche Vorlagen. Der Meisterschüler von Prof. Siegfried Anzinger treibt hart und präzise ineinander rastende Flächen zu Zonen, in denen die Malerei über die Grenzsetzungen hinausschwappt. Ausgehend von voluminösen, kalten, beinahe stählernen, in ein strenges Liniengefl echt eingezäunten Körperlichkeiten entwickeln sich die Motive im Spannungsverhältnis zu einem in die Fläche gedrängten Umraum. Dabei ist jede malerische Handlung im fertigen Bild zwar spürbar, aber in der Verschränkung der Schichten für den Betrachter nicht mehr nachvollziehbar.

 

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Sven Vieweg

Sven Vieweg selbst beschreibt seine künstlerischen Handlungen als sprunghaft, getrieben aus der Neugierde heraus und zur eigenen Unterhaltung. Einige seiner schwarz-weißen Bilder präsentieren sich betont zeichnerisch. Die Arbeiten, die er in der Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2018 präsentiert, sind seiner Einschätzung nach eine Sammlung aus flüchtiger Grobheit, verspieltem Zorn und bewusster Beiläufigkeit. Die Impulse finden in den gekritzelten und geritzten Spuren ihre Entsprechungen. Dabei nähert sich Sven Vieweg der „Wirklichkeit“ mal mehr, mal weniger, mal gar nicht. Er findet: Seine Bilder könnten eine andere Anleitung zur Deutung der Wirklichkeit sein.

 

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Iris Wolf

Für die Dortmunder Fotografin Iris Wolf ist die Kunst eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Privatem und Gesellschaft. Iris Wolf öffnet mit ihrem Projekt „Lost in Work“ den Blick auf Menschen einer Gesellschaftsschicht, die früher als „Arbeiterklasse“ bezeichnet wurde. Eine solch eindeutige Identität ist den sechs Protagonisten der Installation jedoch kaum zuzuweisen, sie zeichnen sich vielmehr durch eine Vielfalt von Tätigkeiten und Berufen, Haltungen und Lebensweisen aus. Im künstlerischen Prozess findet Iris Wolf einen Weg, diese Vielfalt in einer Installation zu vereinen.

 

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