Jáchym Fleig ist der DEW21 Kunstpreisträger 2016. Der Duisburger Künstler hat sich mit seinen Skulpturen, die wie natürliche Organismen aussehen und ihren künstlerischen Ursprung schnell vergessen lassen, in den vergangenen Jahren fest in der nationalen und internationalen Kunstszene etabliert. Mit seiner Erweiterung des klassischen Skulpturbegriffs, die Jáchym Fleig durch die Verbindung zwischen seinen Werken und Räumen bzw. Objekten erzeugt, hat der Bildhauer auch die Jury des DEW21 Kunstpreises überzeugt.  

 

Seine Objekte und Installationen setzen sich an sicher Geglaubtem fest und bringen bestehende Ordnungen durcheinander. Dabei zeigt sich die Kunst von ihrer besitzergreifenden und unheimlichen Seite. Manche seiner skulpturalen Installationen erwecken die Vorstellung einer Besiedelung des Raumes durch riesenhafte Insekten. Die scheinbare Nähe zur Natur folgt aber dem strategischen Kalkül des Künstlers. Natur kann wie Kunst aussehen, wie auch umgekehrt.

 

Der Förderpreis ging in diesem Jahr an Philipp Valenta. Der in Hattingen geborene Künstler hinterfragt mit seinen Arbeiten den Begriff des „Wertes“ insbesondere im Finanzsektor. Für das Werk „Herbarium“ hat er aus Geldscheinen die aufgedruckten Blüten, die stellvertretend für das Land oder die Region stehen, ausgeschnitten und eingerahmt – wie bei einem Herbarium. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Herstellung von Übersicht und Ordnung aussieht, erzeugt auf den zweiten Blick eine besondere ästhetische Qualität.

 

Nicht nur die Preisträger, sondern auch die weiteren 13 nominierten Künstlerinnen und Künstler zeigten, welches breite Spektrum die Kunstszene im Ruhrgebiet zu bieten hat. Ihre Werke sind noch bis zum 23. Oktober im Rahmen der DEW21 Kunstpreisausstellung im Dortmunder U zu sehen. Parallel dazu ist auch die Einzelausstellung RESONATION des Vorjahressiegers Julius Stahl zu sehen.

 

In unserer Bilderstrecke finden Sie Impressionen der Kunstpreisverleihung sowie der beiden Ausstellungen.  

Impressionen vom DEW21 Kunstpreis 2016