Weitergehende Aufbereitung für unser Trinkwasser

 

Zurzeit werden die Wasserwerke der Wasserwerke Westfalen GmbH, Tochterunternehmen der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH in der Wassergewinnung, in einem mehrjährigen Großprojekt aus Vorsorgegründen um eine "Weitergehende Aufbereitung" ergänzt. "Damit passen wir die Trinkwasseraufbereitung bereits heute an die Anforderungen der Zukunft an", erklärt Peter Flosbach, Geschäftsführer der DEW21, die rund 650.000 Menschen in Dortmund und Herdecke mit Trinkwasser versorgt. "Der erste Spatenstich für den Umbau des Wasserwerks Westhofen ist dabei ein wichtiger Meilenstein." Allein aus Westhofen kommen rund 18 Mio. m³ der insgesamt 46 Mio. m³ Trinkwasser für das gesamte DEW21-Versorgungsgebiet. Das Westhofener Wasserwerk ist das dritte von insgesamt fünf umzurüstenden Werken (Also Halbzeit!).

 

Ziel der Weitergehenden Aufbereitung ist, die bestehende naturnahe Trinkwasseraufbereitung durch zusätzliche technische Verfahrensschritte zu erweitern um eine noch höhere Sicherheit gegenüber nicht vorhersehbaren mikrobiologischen oder chemischen Wasserinhaltsstoffen zu garantieren – ganz im Sinne des Projektes "Reine Ruhr" des NRW-Umweltministeriums. "Dazu gehören die Verfahren der Ozonung, Flockung, Mehrschicht- und Aktivkohlefiltration sowie die bereits fertig gestellte Desinfektion mit UV-Licht und die Umstellung auf eine physikalische Entsäuerung", erläutert WWW-Geschäftsführer Dr. Bernhard Klocke. Soviel Natur wie möglich, soviel Technik wie nötig, lautet dabei die Devise der Partner. Beispiel Entsäuerung: Indem das bestehende Verfahren mit Natronlauge auf ein rein physikalisches Verfahren umgestellt wird, müssen dem Wasser zukünftig keine Zusatzstoffe mehr zugefügt werden. " Vom Hoch- und Tiefbau bis zum Anlagenbau und Probebetrieb wird eine dreijährige Bauzeit eingeplant", so Klocke.

 

Insgesamt werden in den kommenden Jahren fünf Wasserwerke auf die neuen Verfahren umgestellt. "Rund 120 Mio. Euro investieren Gesellschafter DEW21 und Gelsenwasser gemeinsam mit WWW für diese zusätzlichen Verfahrensstufen", so Flosbach. "Trinkwasser ist unser wichtigstes Gut. Von daher ist diese Investition in den Erhalt bzw. die Erhöhung der Versorgungssicherheit eine wichtige und richtige Entscheidung."

   

Die weitergehenden Aufbereitungsstufen im Überblick:

Ozonung

Ozon oxidiert auf umweltfreundliche Weise im Wasser gelöstes Eisen und Mangan und bricht persistente organische Verbindun-gen auf, die dadurch leichter abfiltrierbar sind.

 

Flockung

Indem ein Flockungsmittel zugesetzt wird, werden feinstverteilte Substanzen in größere "Flocken" überführt. So kann der über-wiegende Teil der im Rohwasser enthaltenen Trübstoffe gebun-den und anschließend besser herausgefiltert werden.

 

Mehrschichtfiltration

Das Wasser durchläuft hierbei zwei biologisch aktive Schichten von Filtermaterial, bestehend aus Anthrazitkohle und Quarzsand. Damit können Partikel bestmöglich abgeschieden und klares, trübstofffreies Wasser erzeugt werden. Zusätzlich werden Bakte-rien beseitigt. Organische und anorganische Verbindungen wie Ammonium werden abgebaut.

 

Adsorption an Korn-Aktivkohle

Mit Aktivkohlefiltern werden nicht bzw. nur schwer biologisch abbaubare organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel oder Medikamen-tenrückstände.

 

UV-Bestrahlung

Bereits umgesetzt wurde die UV-Bestrahlung. "Spot an“ heißt es bereits seit Frühjahr 2016 in allen WWW-Wasserwerken. Die UV–Bestrahlung des Wassers deaktiviert am Ende der Aufbereitung schnell und sicher evtl. noch verbleibende, einzelne Mikroorganismen und verhindert so gesichert die Verbreitung von Infektionen. Das umweltfreundliche Verfahren macht das bisher übliche chemische Desinfektionsmittel Chlordioxid überflüssig.

 

Physikalische Entsäuerung

Statt wie bisher mit Natronlauge zu entsäuern, stellt WWW auf ein physikalisches Verfahren um, bei dem das Wasser in einer Durchflussrinne mit fein verteilter Luft durchsetzt wird. Durch die Luftbläschenwird das im Wasser enthaltene Kohlendioxid ausgetrieben und damit der pH-Wert des Wassers angehoben.