2016 wurde Jáchym Fleig mit dem DEW21 Kunstpreis ausgezeichnet. Der Künstler hat sich mit seinen Skulpturen, die wie natürliche Organismen aussehen und ihren künstlerischen Ursprung schnell vergessen lassen, in den vergangenen Jahren fest in der nationalen und internationalen Kunstszene etabliert. Mit seiner Erweiterung des klassischen Skulpturbegriffs, die Jáchym Fleig durch die Verbindung zwischen seinen Werken und Räumen bzw. Objekten erzeugt, hat der Bildhauer auch die Jury des DEW21 Kunstpreises überzeugt.

 

Seine Objekte und Installationen setzen sich an sicher Geglaubtem fest und bringen bestehende Ordnungen durcheinander. Dabei zeigt sich die Kunst von ihrer besitzergreifenden und unheimlichen Seite. Manche seiner skulpturalen Installationen erwecken die Vorstellung einer Besiedelung des Raumes durch riesenhafte Insekten. Die scheinbare Nähe zur Natur folgt aber dem strategischen Kalkül des Künstlers. Natur kann wie Kunst aussehen, wie auch umgekehrt. Durch die Verbindung mit vorhandenen Räumen oder Gegenständen wirkt es, als hätten diese selbst das wuchernde wesenhafte Geschehen ausgebrütet. 

 

Der Förderpreis in diesem Jahr ging an Philipp Valenta. Der in Hattingen geborene Künstler hinterfragt mit seinen Arbeiten den Begriff des „Wertes“ insbesondere im Finanzsektor. Für das Werk „Herbarium“ hat er aus Geldscheinen die aufgedruckten Blüten, die stellvertretend für das Land oder die Region stehen, ausgeschnitten und eingerahmt – wie bei einem Herbarium. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Herstellung von Übersicht und Ordnung aussieht, erzeugt auf den zweiten Blick eine besondere ästhetische Qualität. Insbesondere im Deutschen findet sich zusätzlich die Verbindung zur „Blüte“ als einer Form von Falschgeld, die die Frage nach der Künstlichkeit dieses „Herbariums“ nochmals unterstreicht. 

Impressionen vom DEW21 Kunstpreis 2016