DEW21: Jahresergebnis 2016 über Planniveau

Erfolgreiche Geschäfte und Einsparungen bei den Kosten

Der Aufsichtsrat der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) hat in seiner gestrigen Sitzung dem Jahresergebnis 2016 zugestimmt, die DEW21-Geschäftsführung wurde einstimmig von der Gesellschafterversammlung entlastet. „Damit haben unsere Gremien unser trotz aller Widrigkeiten in der Energiebranche erfolgreiches Wirtschaftshandeln gelobt“, freute sich der Technik-Chef und interimsweise eingesetzte kaufmännische Vorsitzende der Geschäftsführung Peter Flosbach.

 

Mit einem Ergebnis vor Ertragssteuern im Kerngeschäft von 62,6 Mio. Euro liegt es deutlich über dem Vorjahr (2015: 53,1 Mio. Euro) und dem Planniveau von 56 Mio. Euro. Möglich wurde dieses gute Resultat unter anderem durch die Nutzung von Marktchancen auf den Energiemärkten, wovon unsere Kunden mit einer Preissenkung in ihrem Strom- und Erdgasbezug zum 01.01.2017 profitiert haben. Positive Effekte auf das Ergebnis hatten außerdem ein geringerer operativer Personalaufwand sowie konsequente Einsparungen bei Materialaufwand und bezogenen Fremdleistungen.

 

Außerdem hat sich die 100prozentige Tochter Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) als stabile Ertragssäule für DEW21 erwiesen: Sie hat die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) regulatorisch zugestandene Rendite erwirtschaftet und wesentlich zum Beteiligungsergebnis von 24,1 Mio. Euro beigetragen.

 

Eine Reihe von Geschäftsvorfällen hatten ebenfalls Einfluss auf das Jahresergebnis 2016: So konnten für die Beteiligung am Steinkohlekraftwerk GEKKO eingegangene Finanzierungs-verpflichtungen in Höhe von 17,8 Mio. Euro vorzeitig abgelöst sowie Darlehen in einem Volumen von rund 42 Mio. Euro zurückgeführt werden. Ein letztes Mal wurde eine Ausschüttung aus der 18-Prozent-Beteiligung an der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft (KBSG), in der wiederum die Steag-Anteile gebündelt sind, in Höhe von 2,7 Mio. Euro verbucht – mit dem 1.1.2017 ist der DEW21-Anteil auf die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) übertragen worden.

 

Ergebnismindernd wirkt sich allerdings die Beteiligung am Erdgasspeicher in Epe aus. Im Jahresabschluss 2016 ist ein zusätzlicher Rückstellungsbedarf in Höhe von 29,1 Mio. Euro ermittelt worden. DEW21 hält 25 Prozent an diesem Gemeinschaftsunternehmen mit Gelsenwasser, der Gas-Union, den Stadtwerken Essen und der Ewmr. Zwar bot der Handelsmarkt seit Sommer 2016 deutlich attraktivere Handelschancen, die auf eine bessere Wirtschaftlichkeit in Zukunft hoffen lassen, aber im Ergebnis entwickelte sich das Speichergeschäft nicht entsprechend der Ursprungsprognosen.

 

Absatzzahlen

 

849,8 Mio. Euro betrugen die Umsatzerlöse von DEW21 im Jahr 2016 (2015: 942,2 Mio. Euro). Wesentlich ist dies auf einen gesunkenen Stromabsatz im Vergleich zum Vorjahr um 374,7 Mio. kWh auf 3.942,4 Mio. kWh (-8,7 Prozent) zurückzuführen. Grund dafür sind vor allem marktbedingt gesunkene Handelsmengen sowie Rückgänge im Privat- und Industriekundenbereich.

 

Der Erdgasabsatz sank trotz der kühlen Witterung im Geschäftsjahr 2016 ebenfalls. Die Energiemärkte boten auch hier kaum Spielräume für Handelsgeschäfte, so dass vor allem dort deutliche Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen waren. Die Absatzmenge sank gesamt um 1.396,2 Mio. kWh auf 3.695,2 Mio. kWh und lag damit 27,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Aber auch im Geschäfts- und Privatkundenbereich wurden die Vorjahresmengen nicht erreicht.

 

Der Wärmeabsatz betrug im Jahr 2016 bei 600,9 Mio. kWh und stieg damit um 15,9 Mio. kWh. Insbesondere im Bereich der Fernwärme wurden höhere Mengen abgesetzt.

 

Der Wasserabsatz stieg im Jahr 2016 leicht auf 48,7 Mio. m³ an, was auf höhere Absätze an Privatkunden zurückzuführen ist.

 

Ausblick

 

Vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs in Dortmund und den sich weiter verschärfenden energiewirtschaftlichen Rahmenveränderungen sieht sich DEW21 neuen Restrukturierungen und Prozessveränderungen gegenüber, um die Gewinnerwartung der Gesellschafter auch weiterhin zuverlässig zu erfüllen. Das Unternehmen wird nicht zuletzt mit Blick auf die Herausforderungen der Digitalisierung dazu eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, wozu auch eine Neudefinition der Nutzen für Kunden sowie neuer Leistungen und Produkte gehört.

 

Hoffnungen setzt DEW21 darüber hinaus auf Geschäftsfelder, die sich für das Unternehmen aus der Energiewende ergeben, z.B. den gestarteten Umbau der Dortmunder Straßenbeleuchtung mit innovativen LED-Konzepten sowie im Wärme- und Kältesektor. Bereits begonnen worden ist der Umbau des Dortmunder Fernwärme-Dampfnetzes: Quartiersweise wird DEW21 bis 2022 das vorhandene System durch Heißwasserleitungen ersetzen und eine Reihe von innovativen Energiezentralen errichten. Neben der bereits heute praktizierten Nutzung von industrieller Abwärme werden künftig vor allem hocheffiziente KWK-basierte Erzeugungsanlagen für Grundlast sorgen. Die innovativen Energiezentralen werden bedarfsorientiert mit Spitzenlastkessel, Power-to-Heat-Anlagen sowie Blockheizkraftwerken gefahren.

 

Dieses um dezentrale Erzeugungsanlagen ergänzte Wärmekonzept wird mit optionaler Kopplung von Quartieren die weitere Integration sowohl von Erneuerbaren Energien wie auch von Abwärme ermöglichen. Durch zusätzlichen Einsatz regenerativer Primärenergien wie aus Wind- oder Solaranlagen erzeugter Überschussstrom (Power-to-Heat) und Bio- oder synthetischen Gasen (Power-to-Gas) ist es möglich, die Wärmequartiere den Energiewendezielen entsprechend in den nächsten Jahren sukzessive deutlich „grüner“ werden zu lassen und den Primärenergiefaktor weiter zu reduzieren. DEW21-Technikchef Peter Flosbach: „Unsere Vision für Dortmund: Eine CO2-freie Wärmeversorgung in der Innenstadt bis spätestens 2050“. Mit der Ablösung des Dampfnetzes bei diesem gleichzeitigen Wechsel der Energieerzeugung durch einen Mix aus hocheffizienten und netzdienlichen Prozessen hat DEW21 nicht nur eine für Dortmund optimale Lösung gefunden, die auf die Klima- und Umweltschutzziele einzahlt, sondern weltweit ein Novum ist“.

 

Zum 1. Juli 2017 steht die Neubesetzung an der Spitze des Unternehmens an: Heike Heim, aktuell noch Vorstandsvorsitzende der Offenbacher Energieversorgung (EVO), übernimmt dann als kaufmännische Geschäftsführerin bei DEW21 den Vorsitz in der Geschäftsführung. Peter Flosbach dazu: "Mein Kollege Manfred Kossack und ich freuen uns auf Heike Heim, die unser Geschäftsführungsteam mit viel Erfahrung, neuen Impulsen und guten Ideen vervollständigen wird".

Ihre Ansprechpartnerin

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DEW21 Hauptverwaltung

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