DEW21 Kunstpreis 2018 verliehen

Lena von Goedeke wird mit dem DEW21 Kunstpreis ausgezeichnet, Beatrice Richter erhält den Förderpreis

Heike Heim, Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung, gemeinsam mit der Förderpreisträgerin, Beatrice Richter, vor einem Werk von der DEW21 Kunstpreisträgerin, Lena von Goedeke (v.r.).

Heike Heim, Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung, gemeinsam mit der Förderpreisträgerin, Beatrice Richter, vor einem Werk von der DEW21 Kunstpreisträgerin, Lena von Goedeke (v.r.).

Lena von Goedeke ist die DEW21 Kunstpreisträgerin 2018. Die offizielle Preisverleihung fand heute Abend im Dortmunder U statt. Die aus Duisburg stammende Künstlerin war bereits 2012 für den Förderpreis nominiert.

 

Schon damals begeisterte Lena von Goedeke mit ihren akribisch gefertigten Scherenschnitten. In diesem Jahr konnte sich die Meisterschülerin von Prof. Michael van Ofen mit abstrakten Landschaftsausschnitte, die durch ihre Materialität und Ästhetik bestechen, gegen die übrigen Nominierten durchsetzen. Bei der Entstehung ihrer Werke spielen ihre persönlichen, teils extremen Landschaftserfahrungen, die sie auf Reisen oder bei Wanderungen gesammelt hat, eine zentrale Rolle. Eine genauso große Bedeutung hat für Lena von Goedeke das Zusammenspiel von Technik und Handwerk: In künstlerischer Kleinarbeit und unter Verwendung ungewöhnlicher Materialien entstehen Werke, die man aus mehreren Perspektiven betrachten muss, um sie wirklich zu begreifen.

 

Lena von Goedeke kann den DEW21 Kunstpreis leider nicht persönlich entgegennehmen, da sie sich derzeit als Teilnehmerin eines Kunststipendiums auf einem Schiff vor Spitzbergen befindet.

 

Über den Förderpreis, der seit 2012 im Rahmen des DEW21 Kunstpreises vergeben wird, kann sich in diesem Jahr Beatrice Richter freuen. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und dient der Unterstützung von Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Mit ihren Arbeiten lädt Beatrice Richter den Betrachter in unbekannte Welten ein. Der von ihr geschaffene Raum erscheint dem Betrachter gleichermaßen geheimnisvoll und vertraut. Man erblickt organische Formen in einer naturähnlichen Umgebung, die an Lebensformen aus dem Wasser, an entfernte Planeten oder an Mikroorganismen erinnern. Dabei lenkt die Meisterschülerin von Herbert Brandl Blick des Betrachters quasi durch einen runden Ausguck in die fremden Landschaften. Damit lädt Beatrice Richter den Betrachter zwar ein, die Welt zu erforschen, doch zugleich bleibt diese Welt so unnahbar wie ein geschlossenes Biotop.

 

Bereits zum 13. Mal bietet die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) mit dem Kunstpreis bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus dem Ruhrgebiet die Möglichkeit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und auf sich aufmerksam zu machen. Nicht zuletzt aufgrund der großen Vielfalt und Qualität der eingereichten Werke hat sich der DEW21 Kunstpreis zu einer festen Größe in der Kunstszene etabliert.

 

Im Rahmen der Ausstellung zum Kunstpreis, die noch bis zum 25. November in der vierten Etage des Dortmunder U zu sehen ist, werden die Werke der beiden Preisträgerinnen wie auch die der weiteren neun Nominierten präsentiert. Die Finissage und das junge Finale finden am Sonntag, 25. November von 16:00 bis 20:00 Uhr im Dortmunder U statt.

 

AUS DER TIEFE von Sonja Kuprat

 

Parallel zu der diesjährigen Kunstpreisausstellung ist auch die Einzelausstellung AUS DER TIEFE von Sonja Kuprat, DEW21 Kunstpreisträgerin 2017, im Dortmunder U zu sehen.

 

 

Wer die Landschaftsbilder von Sonja Kuprat betrachtet, fühlt sich an fotografische Aufnahmen aus dem Weltall oder ungewöhnliche Wetterphänomene erinnert. Doch ihre Arbeiten sind vielmehr Denkbilder und Transformationen von realer Natur in Malerei. Die Künstlerin beschreibt sie als Ergebnisse aus gedanklichen und emotionalen Momenten sowie formalen Überlegungen zum Thema Landschaft. Diese Ideen spiegelt sie in abstrakten Gemälden wider. So, wie Kuprat im Schaffensprozess Landschaftsmotive und -erinnerungen begleiten, sollen sich auch die Betrachter animiert fühlen, den eigenen Erfahrungsschatz mit Landschaften zu erinnern. Künstlerin und Betrachter teilen damit vor den Arbeiten ein „Seherlebnis“.

 

Sonja Kuprat arbeitet häufig auf dunkel, sogar schwarz grundierten Leinwänden. Die im weiteren Arbeitsprozess aufgebrachten Farbflächen werden nicht zu einer Gegenstands-beschreibung benutzt – auch wenn der Betrachter glaubt, in ihren Bildern Horizonte oder Wolken oder Wetterleuchten ausmachen zu können, weil es seinen Sehgewohnheiten entspricht. Tatsächlich aber wirken die Farben eigengesetzlich und triggern gerade deshalb besonders kraftvoll unsere Fantasie. Sonja Kuprats Werke überzeugen als echte Malerei mit feinster Bearbeitung farbiger Flächen. Diese Beherrschung der künstlerischen Mittel wertete die Jury im vergangenen Jahr als absolut preiswürdig und zeichnete Sonja Kuprat mit dem DEW21 Kunstpreis 2017 aus.

 

Anlage zur Pressemitteilung

 

Preisträgerin des DEW21 Kunstpreises 2018

Lena von Goedeke, 1983 geboren in Duisburg

 

Lena von Goedeke schafft abstrakte Landschaftsausschnitte, die durch ihre Materialität und Ästhetik bestechen. Bei der Entstehung ihrer Werke spielen ihre persönlichen, teils extremen Erfahrungen, die sie auf Reisen oder bei Wanderungen gesammelt hat, eine zentrale Rolle. Eine weitere spielen die Verbindung von Technik und Handwerk. Das, was einigen Betrachtern wie ein 3D-Druck erscheinen mag, ist in Wahrheit künstlerische Kleinarbeit, die Lena von Goedeke fast obsessiv betreibt: Zwar sind ihre Landschaftsinterpretationen am Computer angelegt, doch das tatsächliche Werk ergibt sich erst durch die Wahl eines ungewöhnliches Materials und der unter großem körperlichen Einsatz geleisteten Bearbeitung wie z.B. die Herstellung von Gitter durch das kleinteilige Ausschneiden von Binnenflächen mit dem Cuttermesser.

 

Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte hat Lena von Goedeke Freie Kunst an den Kunstakademien Münster, Trondheim und Düsseldorf studiert. Sie wurde in den vergangenen Jahren mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und konnte ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen präsentieren. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Berlin.

 

Begründung der Jury

Die Jury überzeugt der Umgang mit dem Material, die Sicherheit in der Gestaltung der Dreidimensionalität, das virtuose Spiel zwischen linearen Strukturen und Modellierung, der Konfrontation von Technik und Natur und nicht zuletzt die gekonnte Erweiterung der Werke zu einer Gesamtinstallation, indem Lena von Goedeke Wandobjekte aus Betonkies hinzugefügt hat. Diese schwebenden, vermeintlichen Mauerreste referenzieren auf ein rätselhaftes Umfeld in einer Vergangenheit, was jeden Betrachter zu einer eigenen Interpretation herausfordert.

 

Preisträgerin des DEW21 Kunstpreises 2018/ Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler

Beatrice Richter, 1989 geboren in Recklinghausen

 

Beatrice Richter hat sich auf das Zeichnen mit Tusche, Blei- und Graphitstiften fokussiert. Ein charakteristisches Merkmal ihrer Arbeiten ist ein schwarzer Rahmen im Rahmen: Wie durch ein Bullauge blickt der Betrachter in eine scheinbar unbekannte Welt. In Besprechungen der Arbeiten von Beatrice Richter ist häufiger von imaginären, abstrakten Landschaften die Rede. Der Künstlerin zufolge sind es intuitiv entstehende, irreale Räume, die sie eher emotional mit einem Blick in einen unerforschten, lebendigen und ästhetischen Raum unter Wasser verbindet.

 

Beatrice Richter hat ihr Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf erst bei Martin Gostner, schließlich bei Herbert Brandl absolviert. Nach eigener Aussage hat sie sich innerhalb ihres Studiums sehr viel Zeit gelassen, sich selbst und ihre künstlerische Identität zu entwickeln, bevor sie sich entschloss, sich auf die Schönheit der malerischen Mittel zu konzentrieren. Für ihre Werke hat sie in der Vergangenheit bereits Stipendien er-halten und konnte ihre Gemälde in verschiedenen Gruppen- sowie in einer Einzelausstellung präsentieren. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.

 

Begründung der Jury

Beatrice Richter versteht sich als Malerin und Zeichnerin. Sie arbeitet ohne Skizzen und Vorlagen, weil für sie der künstlerische Prozess entscheidend ist. Mit ihrer Herangehensweise hat sie auch die Jury des DEW21 Kunstpreises überzeugt: Mit der Art der Verwendung unterschiedlicher Materialien, dem Einsatz der Farbe in ihrer flüssigen Materialität als Werkzeug, mit der Kombination von Frottage, Collage und Malerei. Die Jury bewertete den Weg von Beatrice Richter als mutig und hoffnungsvoll, denn ihre neueren Arbeiten mit den Titeln "Herbarium" zeigten bereits, dass ihre Entwicklung weiter geht.

 

Alle weiteren Nominierten:

  • Christina Böckler
  • Matthias Danberg
  • Timo Klos
  • Natalie Richter
  • Tim Sandow
  • Sven Tölle
  • Sven Vieweg
  • Henk Wittinghofer
  • Iris Wolf

 

Mitglieder der Jury zur Vergabe des Kunstpreises 2018:

  • Dr. Nicole Grothe, Museum Ostwall im Dortmunder U
  • Edwin Jacobs, Dortmunder U
  • Sonja Kuprat, DEW21 Kunstpreisträgerin 2017
  • Dr. Hans-Jürgen Lechtreck, Museum Folkwang, Essen
  • Dr. Peter Schmieder, Künstlerhaus Dortmund
  • Dr. Birgit Schulte, Osthaus Museum Hagen
  • Marina Schuster, Museum Kunstpalast, Düsseldorf
  • Dr. Martina Sprotte, Leiterin DEW21 Unternehmenskommunikation

Ihre Ansprechpartnerin

Jana-Larissa Marx

Pressesprecherin

Tel.: 0231.544-3203

Fax.: 0231.544-2316

DEW21 Hauptverwaltung

Günter-Samtlebe-Platz 1

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