Nächster Startschuss für „Weitergehende Trinkwasseraufbereitung“ in Schwerte

Baubeginn am Wasserwerk Hengsen

Die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) ergänzt ihre Wasserwerke aus Gründen der Vorsorge um eine „Weitergehende Aufbereitung“ zur Erhaltung der bereits sehr hohen Wasserqualität. Mit dem Baubeginn am Wasserwerk Hengsen wird das vierte von insgesamt fünf umzurüstenden Werken an die Anforderungen der Zukunft angepasst.

 

Investition in die Zukunft
Bis 2025 wird Wasserwerke Westfalen zusammen mit den Gesellschaftern DEW21 und Gelsenwasser mehr als 120 Mio. Euro in zusätzliche technische Verfahrensstufen in den Wasserwerken investieren. „Die Versorgung mit Trinkwasser ist tägliche Daseinsvorsorge. Als Energie- und Wasserunternehmen stehen wir dafür ein, dass 650.000 Menschen in Dortmund und Herdecke mit Trinkwasser in bester Qualität versorgt werden", erklärt Heike Heim, Vorsitzende der Geschäftsführung von DEW21. „Wir investieren heute, damit es auch im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen für Umwelt und Klima jederzeit nachhaltig, sicher und zuverlässig verfügbar ist." 


Hintergrund und Projektbeschreibung
Zusätzliche, über die bisherige naturnahe Aufbereitungstechnik hinausgehende Verfahrensschritte sollen eine noch höhere Sicherheit gegenüber nicht vorhersehbaren mikrobiologischen oder chemischen Wasserinhaltsstoffen garantieren. Dies setzt die Vorgaben des Programms „Reine Ruhr" des NRW-Umweltministeriums um.

 

„In diesem Großprojekt werden in unseren Wasserwerken zusätzliche Aufbereitungsanlagen nach dem sogenannten „Schwerter Verfahren“ errichtet. Hierbei sind die zusätzlichen Verfahrensschritte: Ozonung, Flockung, Mehrschichtfiltration und Aktivkohlefiltration. Gleichzeitig stellen wir die Entsäuerung von dem chemikalischen auf ein umweltfreundlicheres physikalisches Verfahren um“, beschreibt WWW-Geschäftsführer Bernd Heinz das Prozedere.

 

Die weitergehenden Aufbereitungsstufen von WWW im Überblick:

Ozonung
Ozon oxidiert auf umweltfreundliche Weise im Wasser gelöstes Eisen und Mangan und bricht persistente organische Verbindungen auf, die dadurch leichter abfiltrierbar sind.

Flockung
Indem ein Flockungsmittel zugesetzt wird, werden feinstverteilte Substanzen in größere „Flocken" überführt. So kann der überwiegende Teil der im Rohwasser enthaltenen Trübstoffe gebunden und anschließend besser herausgefiltert werden.

Mehrschichtfiltration
Das Wasser durchläuft hierbei zwei biologisch aktive Schichten bestehend aus Anthrazitkohle und Quarzsand. Damit können Partikel bestmöglich abgeschieden und klares, trübstofffreies Wasser erzeugt werden. Zusätzlich werden Bakterien beseitigt und etliche organische und anorganische Verbindungen abgebaut.

Adsorption an Korn-Aktivkohle
Mit Aktivkohlefiltern werden nicht bzw. nur schwer biologisch abbaubare organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt, wie Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände.

Physikalische Entsäuerung
Statt mit Natronlauge zu entsäuern, stellt WWW auf ein rein physikalisches Verfahren um, das ohne Zugabe von Chemikalien auskommt. Bei diesem Prozess wird das Wasser mit feinperliger Luft durchsetzt. Dadurch wird Kohlendioxid ausgetrieben und damit der pH-Wert des Wassers bis zum Kalk-Kohlesäure-Gleichgewicht angehoben.

UV-Desinfektion
Bereits im Vorfeld wurde die Desinfektion in allen WWW-Wasserwerken auf UV-Licht umgestellt. Die UV-Bestrahlung deaktiviert am Ende der Aufbereitung schnell und sicher eventuell noch im Wasser verbliebene einzelne Mikroorganismen und verhindert so gesichert die Verbreitung von Infektionen. Dieses umweltfreundliche, chemikalienfreie Desinfektionsverfahren macht das bisher übliche chemische Desinfektionsmittel Chlordioxid überflüssig.


Informationen
Aktuelle Einträge rund um das Baugeschehen finden Sie während der gesamten Bauphase im Wasserwerk Hengsen auf https://www.wasserwerke-westfalen.de/wasser/unsere-wasserwerke/hengsen/bau-weitergehende-wasseraufbereitung/