Fragen zum Versorgungskonzept

  • Warum wird die Wärmeversorgung in der Innenstadt umgestellt?

    Derzeit wird die Dortmunder Innenstadt mit Fernwärme über ein Dampfnetz versorgt, das größtenteils in den 1950er Jahren gebaut wurde. Aufgrund seines Alters kommt es nicht nur zu hohen Wärmeverlusten, es gibt auch einen hohen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. DEW21 hat sich gegen eine bloße Sanierung des Dampfnetzes entschieden, sondern wird in Dortmund eine neue Infrastruktur mit geänderter Einspeisung installieren.

  • Wie erfolgt die zukünftige Wärmeversorgung?

    In den kommenden Jahren wird DEW21 das in die Jahre gekommene Dampfnetz durch ein modernes Heißwassernetz mit geringen Wärmeverlusten ersetzen. Das so in der Innenstadt entstehende neue Versorgungsnetz wird im Anschluss mit dem bestehenden Heißwassernetz in der Dortmunder Nordstadt und einer neu entstehenden Leitungsanbindung nach Lindenhorst verbunden.

     

    Neben der Neugestaltung der Infrastruktur wird DEW21 auch die Form der Einspeisung ändern: Zukünftig werden wir verstärkt Abwärme der Deutschen Gasrußwerke (DGW) mit Sitz am Dortmunder Hafen nutzen und damit sukzessive auf die Lieferung der gasbasierten Wärme aus dem Kraftwerk Dortmund verzichten. Durch die Ablösung der gasbasierten Wärmelieferung durch industrielle Abwärme können im Vergleich jährlich rund 45.000 t CO2 eingespart werden.

     

    Zur Absicherung der Wärmeversorgung werden wir dezentrale Energiezentralen installieren, die mit KWK-Anlagen, Gaskesseln und Power-to-Heat-Anlage ausgestattet sind. Diese dienen während der Umbauphase zur Interimsversorgung der Wärmekunden. Nach Beendigung der Umbauarbeiten werden die Energiezentralen Verbrauchsspitzen abdecken und darüber hinaus als Back-up-Lösung für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit dienen. Darüber hinaus ist mittel- bis langfristig auch eine weitere dezentrale Einspeisung von Umweltwärme, Abwärme und Wärme aus Erneuerbaren Energien in das neue Wärmenetz möglich.

  • Wieso hat sich das Konzept für die Wärmeversorgung geändert?

    Da sich im Zuge der Novellierung des KWK-Gesetzes die Abwärmenutzung besonders attraktiv darstellt, hat sich DEW21 für die Dortmunder Innenstadt für eine Weiterentwicklung des neuen Wärmekonzeptes mit einer wesentlich stärkeren Abwärmenutzung entschieden.

  • Gibt es eine Alternative zur Wärmeversorgung?

    Die bestehende Versorgungsstruktur wurde bereits während des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg festgelegt und lässt eine alternative Versorgung (z.B. über eigene Erzeugungsanlagen) nur partiell und gegen einen hohen Kostenaufwand.

  • Wieso können die Haushalte nicht an die Gasversorgung angeschlossen werden?

    In der Dortmunder Innenstadt ist kein Erdgas-Mittel- und Niederdrucknetz vorhanden. Diese Entscheidung wurde bereits im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg getroffen und lässt eine alternative Versorgung nur individuell und zu hohen Kosten zu. Entsprechend müsste die gesamte Dortmunder Innenstadt erst einmal mit Versorgungsleitungen erschlossen werden, was nicht nur einen enormen Bauaufwand, sondern auch einen hohen Kostenaufwand bedeuten würde. Auch die Bausubstanz lässt eine Versorgung mit Erdgas nicht ohne weiteres zu. In Einzelfällen wäre das nur individuell und zu hohen Kosten für den Hauseigentümer möglich.

  • Inwieweit werden Erneuerbare Energien genutzt?

    Perspektivisch ist die dezentrale Einspeisung von Ab- und Umweltwärme sowie von Wärme aus Erneuerbaren Energien in das neue Dortmunder Wärmenetz vorstellbar. In diesem Zusammenhang bietet der DEW21-eigene Standort in Dortmund-Lindenhorst mittel- bis langfristig die Option, erneuerbare Energiequellen aufzubauen.

  • Warum kann Dortmund nicht an die Fernwärmeschiene Ruhr angeschlossen werden?

    Gutachten im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen haben belegt, dass die Anbindung des östlichen Ruhrgebiets unter anderem wegen großen Transportstrecken von über 25 Kilometer unwirtschaftlich ist. Allein die Leitungsanbindung Dortmund-Herne würde eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten. Aus diesem Grund wird Dortmund nicht an die „Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr“ angebunden.

  • Kann das Fernwärmenetz nicht an das Trianel Kraftwerk in Lünen angeschlossen werden?

    Eine Anbindung an das von Trianel betriebene Kohlekraftwerk in der 15 Kilometer entfernten Nachbarstadt Lünen scheidet ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen aus. Als Konsequenz der Energiewende bestünde dort das Risiko von Abschaltungen mit der Notwendigkeit, alternative Wärmequellen für den kurzfristigen Bedarf vorzuhalten, bzw. die kostspielige Verpflichtung, das stromgeführte Kraftwerk in diesen Zeiten nur zur Aufrechterhaltung der Wärmelieferung zu betreiben.

Fragen zur Umsetzung und zum Bauablauf

  • Wie sieht der zeitliche Bauablauf in den einzelnen Quartieren aus (z.B. Bautätigkeiten auf dem Westenhellweg, Johannesstraße)?

    Im ersten Schritt werden die neuen Heißwasserleitungen in offener Bauweise verlegt. Dabei werden jeweils zwei Leitungen benötigt: Eine für den Vor- und eine für den Rücklauf. Die Dauer der Leitungsarbeiten hängt auch immer von den Gegebenheiten vor Ort ab. Je nach Situation kann schon parallel zum Leitungsbau die Übergabestationen in den Gebäuden erneuert werden. Im Anschluss werden die neuen Leitungen in die Hausinstallation eingebunden und die alten Dampfleitungen außer Betrieb genommen und verfüllt. Von diesem Leitungsrückbau bekommen die Anwohner i.d.R. nichts mit.

  • Wie lange dauern die Maßnahmen?

    Die Dauer des Netzneubaus variiert je nach Standort und den entsprechenden Anforderungen vor Ort. Die Baumaßnahmen werden frühzeitig im Internet unter www.dew21.de/iq sowie auf unserer Baustellenseite angekündigt.


  • Wird die Wärmeversorgung unterbrochen?

    Die Arbeiten werden überwiegend in den Sommermonaten durchgeführt, in denen der Wärmebedarf geringer ist. Darüber hinaus werden vor Ort Interims-Heizzentralen für die Dauer der Arbeiten installiert, die die Wärmeversorgung im jeweiligen Quartier sicherstellen. Für die Einbindung der neuen Versorgungsleitungen kann es zu kleineren Unterbrechungen kommen. Diese werden aber im Vorfeld mit ausreichend Vorlauf angekündigt.

  • Wann kommt die Wärme in Form von Heißwasser statt als Dampf in den Gebäuden an?

    Damit die Wärme in Form von Heißwasser anstelle von Dampf in den Gebäuden ankommt, muss die Infrastruktur innerhalb des Gebäudes angepasst sein. Das bedeutet: Sobald die Leitungsarbeiten, bei denen die vorhandenen Dampf- gegen Heißwasserleitungen getauscht werden, und die Auswechslung der Übergabestation erfolgt sind, kommt die Wärme in Form von Heißwasser in den Gebäuden an.

  • Wie erfolgt die Umstellung von Dampf auf Heißwasser am Gelände / im Gebäude?

    Sofern es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, verlegen wir zunächst die neuen Heißwasserleitungen und installieren die modernen Übergabestationen (Heißwassertauscher). Nach deren Inbetriebnahme, wird die alte Dampfversorgung zurückgebaut. In den Ausnahmefällen, in denen dieses Vorgehen aufgrund der Gegebenheiten vor Ort nicht möglich ist, wird die alte Station ausgebaut und im Anschluss die neue Station eingebaut. Dabei werden die Arbeiten in den Sommermonaten durchgeführt, wenn der Heizbedarf möglichst gering ist.

  • Welche Einschränkungen ergeben sich im Rahmen der Umstellung?

    Im Zuge der Umstellungen kann es durch die Bautätigkeiten in den Quartieren zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr sowie zum Wegfall von Parkmöglichkeiten kommen. Diese werden aber im Vorfeld kommuniziert, sodass sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer darauf einstellen können. Sollte es im Zuge der Einbindung der neuen Wärmeversorgungsleitungen zu kurzzeitigen Versorgungsunterbrechungen kommen, werden diese im rechtzeitig angekündigt.

  • Was wird im Rahmen der Bautätigkeiten noch gemacht (z.B. Breitbandausbau, Kanalbau etc.) und wie ist die Kommunikation mit der Stadt?

    Im Vorfeld der Baumaßnahmen werden sämtliche Infrastrukturbetreiber über das geplante Vorhaben informiert, sodass sich diese bei Bedarf an die Maßnahme anschließen können. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Treffen mit der Stadt Dortmund, bei denen Bauvorhaben besprochen werden und bei denen eine gemeinsame Vorgehensweise geprüft wird.