Was ist Abschlagszahlung?
Die Abschlagszahlung ist eine Teilzahlung, die vor der vollständigen Erbringung einer Leistung oder Lieferung geleistet wird. Sie dient dazu, bereits erbrachte Teilleistungen zu vergüten oder dem Auftragnehmer finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um laufende Kosten zu decken. Anders als eine Anzahlung erfolgt die Abschlagszahlung erst nach Beginn der Leistungserbringung und wird später in der Schlussrechnung berücksichtigt.
Wann sind Abschlagszahlungen üblich?
Abschlagszahlungen kommen vor allem in Situationen zum Einsatz, in denen Leistungen über einen längeren Zeitraum erbracht werden oder hohe Gesamtsummen anfallen. Typische Beispiele sind:
- Bauprojekte: Zahlungen nach Bauabschnitten oder Meilensteinen
- Dienstleistungsverträge: Langfristige Beratungs- oder IT-Projekte
- Energieversorgung: Monatliche Abschläge für Strom und Gas
- Herstellung individueller Produkte: Maschinenbau oder Spezialanfertigungen
- Arbeitsverhältnisse: Vorläufige Gehaltszahlungen bei schwankenden Einkünften
Wie wird die Höhe der Abschlagszahlung berechnet?
Der monatliche Abschlag richtet sich nach dem voraussichtlichen Verbrauch, der auf Basis der letzten Jahresabrechnung ermittelt wird. Wenn sich der Verbrauch im kommenden Jahr verringern soll, kann frühestens drei Monate nach der aktuellen Rechnung ein aktueller Zählerstand eingereicht werden. Auf dieser Grundlage wird der Abschlag angepasst und neu kalkuliert.
Eine Reduzierung des Abschlags um mehr als 10 % erfolgt ausschließlich bei Vorlage eines aktuellen Zählerstands. Dies stellt sicher, dass der Abschlag dem tatsächlichen Verbrauch entspricht und möglichst keine oder nur geringe Nachzahlungen entstehen.
Sollte der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sein, wird der Abschlag automatisch an den aktuellen Verbrauch angepasst. Der Abschlagsplan stellt keine Rechnung dar, sondern eine Vorauszahlung, die sich am Vorjahresverbrauch orientiert.
Welche Vorteile bietet eine Abschlagszahlung?
Für Auftragnehmer:
- Sicherung der Liquidität
- Finanzierung von Material und Personal
- Minimierung des Vorleistungsrisikos
Für Auftraggeber:
- Vermeidung hoher Einmalzahlungen
- Kontrolle des Projektfortschritts
- Absicherung bei Insolvenz des Vertragspartners
Welche rechtlichen Grundlagen gelten?
- § 632a BGB: Recht auf Abschlagszahlungen bei Werk- und Bauverträgen
- Voraussetzung: Teilleistung muss mangelfrei sein und einen wirtschaftlichen Wert haben
- Abschlagszahlungen sind umsatzsteuerpflichtig und müssen in der Schlussrechnung ausgewiesen werden
Was muss bei der Rechnung beachtet werden?
- Klare Kennzeichnung als Abschlagsrechnung
- Pflichtangaben wie bei jeder Rechnung
- Auflistung aller geleisteten Abschlagszahlungen in der Schlussrechnung
- Berücksichtigung unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze
Vorteile und Nachteile im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
Finanzielle Sicherheit für beide Parteien | Erhöhter Verwaltungsaufwand |
| Liquidität und Planungssicherheit | Risiko von Überzahlungen |
Risikominimierung bei großen Projekten | Gefahr von Missbrauch |
Abschlagszahlung zusammengefasst:
- Teilzahlung für bereits erbrachte Leistungen
- Üblich bei Bauprojekten, Energieversorgung und langfristigen Verträgen
- Rechtlich geregelt im BGB
- Umsatzsteuerpflichtig
- Schlussrechnung fasst alle Abschläge zusammen