Was ist der CO2-Fußabdruck?
Der CO2-Abdruck, auch bekannt als CO2-Fußabdruck oder Carbon Footprint, beschreibt die Menge an Treibhausgasemissionen, die direkt oder indirekt durch eine Aktivität, ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Unternehmen oder eine Person verursacht werden. Er ist ein zentrales Instrument zur Bewertung der Klimawirkung menschlichen Handelns und wird in der Regel in CO2-Äquivalenten (CO2e) angegeben, um die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase vergleichbar zu machen.
Was wird beim CO2-Abdruck gemessen?
Der CO2-Abdruck umfasst nicht nur Kohlendioxid (CO2), sondern auch andere Treibhausgase wie:
- Methan (CH₄)
- Lachgas (N₂O)
- Schwefelhexafluorid (SF₆)
- Fluorkohlenwasserstoffe (FKW)
- Perfluorcarbone (PFC)
- Stickstofftrifluorid (NF₃)
Diese Gase werden anhand ihres Global Warming Potentials (GWP) in CO2e umgerechnet. So trägt z. B. ein Kilogramm Methan etwa 28-mal stärker zur Erderwärmung bei als ein Kilogramm CO2.
Wie wird der CO2-Abdruck berechnet?
Die Berechnung erfolgt auf Basis von Verbrauchsdaten und Emissionsfaktoren. Dabei wird zwischen drei sogenannten Scopes unterschieden:
| Scope | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Scope 1 | Direkte Emissionen | Verbrennung fossiler Energien im Unternehmen |
| Scope 2 | Indirekte, energiebezogene Emissionen | Strom- und Wärmeeinkauf |
| Scope 3 | Weitere indirekte Emissionen | Geschäftsreisen, Lieferketten, Entsorgung |
Je nach Zielsetzung und Datenverfügbarkeit kann die Berechnung auf Produktebene (Product Carbon Footprint, PCF), Unternehmensebene (Corporate Carbon Footprint, CCF) oder für Einzelpersonen erfolgen.
Wer nutzt den CO2-Abdruck und warum?
Unternehmen nutzen den CO2-Abdruck zur:
- Identifikation von Emissionsquellen
- Entwicklung von Klimastrategien
- Erfüllung gesetzlicher Berichtspflichten
- Verbesserung der Außenwirkung bei Stakeholdern
Privatpersonen verwenden CO2-Rechner, um ihren Lebensstil zu analysieren und gezielt Emissionen zu reduzieren – etwa durch:
- Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder E-Mobilität
- Reduktion des Fleischkonsums
- Nutzung erneuerbarer Energien
Politik und Gesellschaft nutzen CO2-Bilanzen zur Festlegung und Überwachung von Klimazielen.
Was beeinflusst den CO2-Abdruck besonders stark?
Die größten Einflussfaktoren auf den individuellen CO2-Abdruck sind:
- Mobilität: Autofahrten, Flugreisen
- Wohnen: Heizverhalten, Stromverbrauch
- Ernährung: Konsum tierischer Produkte
- Konsumverhalten: Kleidung, Elektronik, Freizeit
Beispielhafte Emissionswerte:
| Aktivität / Produkt | CO2e pro Einheit |
|---|---|
| 1 kg Rindfleisch | ca. 13 kg |
| 1 kg Tofu | ca. 1 kg |
| 1 Liter Wein | ca. 1,7 kg |
| Flug (Hin- und Rückflug Berlin–Rom) | ca. 600 kg |
Wie kann der CO2-Abdruck reduziert werden?
Privatpersonen können durch folgende Maßnahmen ihren CO2-Abdruck senken:
- Nutzung von Fahrrad, Bus und Bahn statt Auto
- Verzicht auf Flugreisen
- Umstieg auf Ökostrom
- Reduktion von Fleisch- und Milchprodukten
- Kauf regionaler und saisonaler Lebensmittel
Unternehmen setzen auf:
- Energieeffizienzmaßnahmen
- Umstellung auf erneuerbare Energien
- Optimierung von Lieferketten
- Einsatz nachhaltiger Materialien
Kompensation unvermeidbarer Emissionen
Welche Rolle spielt der CO2-Abdruck in der Nachhaltigkeitskommunikation?
Der CO2-Abdruck ist ein zentrales Element in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unternehmen nutzen ihn, um ihre Klimastrategien transparent zu machen und Vertrauen bei Kunden, Investoren und anderen Stakeholdern aufzubauen. Eine nachvollziehbare und standardisierte Berechnung nach internationalen Normen (z. B. ISO 14064, ISO 14067, GHG Protocol) ist dabei essenziell.
Fazit
Der CO2-Abdruck macht die Klimawirkung menschlicher Aktivitäten messbar und vergleichbar. Er ist ein wichtiges Werkzeug zur Identifikation von Einsparpotenzialen, zur Entwicklung von Klimaschutzmaßnahmen und zur Förderung eines bewussteren Umgangs mit Ressourcen. Ob auf individueller, unternehmerischer oder gesellschaftlicher Ebene – die Reduktion des CO2-Abdrucks ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen den Klimawandel.