Strommix

Der Strommix zeigt, aus welchen Energiequellen unser Strom stammt – und wie klimafreundlich die Versorgung wirklich ist.

Frau hält leuchtende Glühbirne in der Hand

Was ist Strommix?

Der Strommix beschreibt die prozentuale Zusammensetzung der Energiequellen, aus denen der in einem Land oder einer Region erzeugte Strom stammt. Er zeigt, wie stark erneuerbare Energien, fossile Brennstoffe oder andere Quellen zur Stromproduktion beitragen. Für Verbraucher ist der Strommix ein wichtiger Indikator für die Klimafreundlichkeit der Stromversorgung und die Fortschritte bei der Energiewende.

Wie setzt sich der Strommix zusammen?

Der Strommix umfasst verschiedene Energieträger, die zur Stromerzeugung genutzt werden. Dazu gehören:

  • Erneuerbare Energien: Windkraft, Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft.
  • Fossile Energieträger: Kohle (Braun- und Steinkohle), Erdgas.
  • Sonstige Quellen: Konventionelle Kraftwerke, teilweise Importstrom.

In Deutschland betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung im Jahr 2024 rund 59,4 %.
Die wichtigsten Anteile im deutschen Strommix waren:

  • Windkraft: 31,5 %
  • Solarenergie: 13,8 %
  • Biomasse: 6,5 %
  • Wasserkraft: 4,7 %
  • Kohle: 22,5 %
  • Erdgas: 14,9 %

Seit 2023 wird in Deutschland kein Strom mehr aus Kernenergie erzeugt.

Was ist der Unterschied zwischen Strommix und Liefermix?

  • Strommix: Bezieht sich auf die gesamte Stromproduktion eines Landes oder einer Region.
  • Liefermix: Zeigt den individuellen Mix eines Stromanbieters und wird auf der Stromrechnung ausgewiesen. Er kann sich stark vom nationalen Strommix unterscheiden, da Anbieter eigene Einkaufsstrategien verfolgen.

Warum ist der Strommix wichtig?

  • Transparenz: Verbraucher können erkennen, wie klimafreundlich die Stromversorgung ist.
  • Vergleichbarkeit: Stromanbieter müssen ihren Liefermix offenlegen und mit dem bundesweiten Strommix vergleichen.
  • Klimaschutz: Ein hoher Anteil erneuerbarer Energien reduziert CO₂-Emissionen und radioaktiven Abfall.

Welche Ziele gibt es für den Strommix?

  • Deutschland: Bis 2030 sollen mindestens 80 % des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen, bis 2045 nahezu 100 %.
  • Europa: Die EU strebt bis 2030 einen Anteil von 42,5 % erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch an.

Historische Entwicklung und Trends

Der Anteil erneuerbarer Energien ist in Deutschland in den letzten Jahren stark gestiegen:

  • 2019: ca. 39,7 %
  • 2024: fast 60 %

Parallel dazu sinkt der Anteil fossiler Energieträger kontinuierlich. Der Atomausstieg 2023 und der geplante Kohleausstieg bis spätestens 2038 sind zentrale Schritte der Energiewende.

Fazit

Der Strommix ist ein Schlüsselindikator für die Energiewende. Er zeigt, wie sich die Stromerzeugung verändert und welchen Beitrag erneuerbare Energien leisten. Für Verbraucher bietet er Orientierung bei der Wahl klimafreundlicher Tarife und unterstützt die Transparenz im Energiemarkt.


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