- 17.02.2026 |
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- 6 Min. Lesezeit |
Wasserkosten berechnen: So viel zahlen Sie für Wasser
Wasser zählt nicht nur zu den wichtigsten Ressourcen im Haushalt, sondern ist natürlich auch ein Kostenfaktor, der stetig steigt. Wer seine Wasserkosten berechnen kann, gewinnt Kontrolle über den eigenen Verbrauch und spart im besten Fall bares Geld. Doch wie setzen sich die Kosten zusammen, und was zahlen Haushalte tatsächlich? Dieser Beitrag gibt Ihnen Klarheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Wasser-Kosten setzen sich zusammen aus den Kosten für die Trinkwasser-Versorgung sowie den Gebühren für die Abwasser-Entsorgung
- Durchschnittlich kostet ein Kubikmeter Wasser in Deutschland rund 2,18 €/m³ netto.
- Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht ca. 80–100 m³ Wasser pro Jahr.
- Im Mietverhältnis wird meist über Nebenkostenabrechnung abgerechnet.
- Sparen lässt sich am leichtesten beim Warmwasser, bei der Toilettenspülung und beim Duschen.
So setzen sich die Wasserkosten zusammen
Wasserkosten bestehen aus zwei Hauptbestandteilen: den Kosten für Trinkwasser und den Abwassergebühren. Diese unterscheiden sich regional stark. Im bundesweiten Durchschnitt bewegen sich die Wasserkosten derzeit bei rund 4-6 Euro pro Kubikmeter (1.000 Liter) – davon entfallen etwa 2 Euro auf Trinkwasser und 2-4 Euro auf Abwasser.
Bei der Trinkwasserversorgung fallen neben den verbrauchsabhängigen Gebühren auch mengenunabhängige Kostenkomponenten wie Grundgebühren für den Wasseranschluss oder die Nutzung des Wasserzählers an. Diese Kosten sind üblicherweise im Durchschnittspreis bereits berücksichtigt. In einigen Kommunen wird zudem nach der Art der Abwasserentsorgung unterschieden, etwa zwischen Schmutzwasser und Niederschlagswasser.
Wie berechne ich die Wasserkosten für ein Haus?
Wenn Sie in einem Einfamilienhaus wohnen, können Sie Ihre Wasserkosten selbst berechnen, indem Sie regelmäßig den Wasserzähler ablesen. Der Verbrauch wird in Kubikmetern (m³) gemessen. Diesen Wert multiplizieren Sie mit dem aktuellen Wasserpreis Ihres Versorgers (Trink- und Abwasser zusammen).
Beispielrechnung zu Wasserkosten:
Ein Haushalt verbraucht 120 m³ pro Jahr, der Preis liegt bei 5 €/m³:
120 m³ x 5 € = 600 € Wasserkosten pro Jahr
Dazu können noch Grundgebühren von 50–100 € kommen, je nach Region. Wer Warmwasser über einen Boiler erzeugt, sollte zusätzlich den Strombedarf einkalkulieren.
Wie berechne ich die Wasserkosten im Mietverhältnis?
In Mietwohnungen läuft die Abrechnung meist über die Nebenkosten – genauer gesagt über die sogenannte Betriebskostenabrechnung. Die Ablesung erfolgt zentral durch den Vermieter, oft mithilfe von Zwischenzählern. Es gibt verschiedene Abrechnungsmethoden:
Verbrauchsabhängig: Die genaue Wassermenge wird für jede Wohnung einzeln gemessen.
- Vorteil: Die Abrechnung ist fair und nachvollziehbar – Sie zahlen nur für den Wasserverbrauch, den Sie tatsächlich verursachen.
- Nachteil: In Altbauten ohne separate Zähler ist die Nachrüstung oft technisch aufwändig und mit Kosten verbunden.
Verteilerschlüssel: Falls keine Einzelzähler vorhanden sind, wird der Gesamtverbrauch nach Wohnfläche oder Personenzahl aufgeteilt.
- Vorteil: Einfach umzusetzen, keine technischen Umbauten nötig.
- Nachteil: Der tatsächliche Verbrauch wird nicht berücksichtigt. Haushalte mit geringem Wasserverbrauch zahlen anteilig mit für Vielverbraucher.
Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Nebenkostenabrechnung und prüfen Sie, ob der Wasserverbrauch plausibel erscheint – besonders in Altbauten ohne Zwischenzähler.
Hier fallen die meisten Kosten für Wasser im Haushalt an
Je nach Haushaltsgröße und Lebensstil fällt der Wasserverbrauch unterschiedlich aus. Im Durchschnitt liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei etwa 125 Litern. Dabei entfallen die meisten Liter auf folgende Bereiche:
- Duschen und Baden: ca. 35 %
- Toilettenspülung: ca. 30 %
- Waschmaschine & Spülmaschine: ca. 15 %
- Kochen und Trinken: ca. 10 %
- Garten und Reinigung: ca. 10 %
Besonders Warmwasserverbrauch treibt die Kosten nach oben, da hier zusätzlich Strom oder Gas für die Erwärmung benötigt wird.
So können Sie Wasserkosten sparen
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich im Alltag viel Wasser sparen – und das spüren Sie auch im Geldbeutel. Hier einige Beispiele mit konkreten Einsparpotenzialen:
Durchflussbegrenzer und Spar-Duschköpfe verwenden: Diese senken den Wasserverbrauch beim Duschen um bis zu 50 %. Bei täglich 10 Minuten Duschen lassen sich rund 30.000 Liter pro Jahr einsparen – das entspricht ca. 150 € jährlich (bei 5 €/m³ Warmwasser inkl. Energie).
Spül- und Waschmaschine nur voll beladen nutzen: Wer nur bei voller Beladung wäscht, spart jährlich rund 2.000–3.000 Liter Wasser, was etwa 10 bis 15 € entspricht – zusätzlich sinkt auch der Stromverbrauch.
Regenwasser fürs Gießen im Garten nutzen: Statt mit Trinkwasser zu bewässern, lohnt sich eine Regentonne. Pro Gartensaison lassen sich leicht 1.000–2.000 Liter Trinkwasser ersetzen – also ca. 5–10 € Ersparnis.
Undichte Wasserhähne und Spülkästen sofort reparieren: Tropfende Hähne können bis zu 8.000 Liter im Jahr vergeuden, das macht 40 € und mehr aus. Ein defekter Spülkasten sogar bis zu 50.000 Liter jährlich, also bis zu 250 €!
Toilettenspülung mit Spartaste nachrüsten: Moderne WC-Spüler verbrauchen nur 3–6 Liter pro Spülung statt 9–12 Liter. Bei vier Spülvorgängen pro Person und Tag spart ein 2-Personen-Haushalt ca. 10.000 Liter im Jahr; das sind 50 €.
Diese Maßnahmen kosten meist nur wenig, senken aber auf Dauer Ihre Wasserkosten erheblich. Mehr Infos zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Beitrag: Wasser sparen im Haushalt.
Fazit: Wasserverbrauch und Kosten immer im Blick behalten
Wenn Sie Ihre Wasserkosten berechnen, behalten Sie nicht nur Ihre Haushaltsausgaben im Blick, sondern leisten auch einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser. Der individuelle Verbrauch hängt stark vom Lebensstil und den technischen Gegebenheiten ab – aber mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich die Gebühren für Wasser, Abwasser und Warmwasser deutlich senken.





