- 25.06.2026 |
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- 6 Min. Lesezeit |
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Wer seine Stromrechnung genauer betrachtet, stellt schnell fest: Der eigentliche Strom ist nur ein Teil des Gesamtpreises. Doch wie setzt sich der Strompreis zusammen? Tatsächlich spielen neben der Stromerzeugung auch Netzentgelte, Steuern und staatlich festgelegte Abgaben eine wichtige Rolle. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Bestandteile den Strompreis beeinflussen und warum sich die Zusammensetzung von Jahr zu Jahr verändern kann.
Wichtiger Hinweis:
Die im Folgenden dargestellten Strompreisbestandteile und prozentualen Anteile beziehen sich auf Haushaltskunden. Für Gewerbe- und Industriekunden kann sich die Preisstruktur deutlich unterscheiden. Gründe dafür sind insbesondere abweichende Lastprofile, Benutzungsstunden sowie unterschiedliche Netzebenen. Dadurch ergeben sich beispielsweise individuelle Netzentgelte oder reduzierte Umlagen, die zu einer anderen Zusammensetzung des Strompreises führen können
Das Wichtigste in Kürze
- Der Strompreis setzt sich im Wesentlichen aus Strombeschaffung und Vertrieb, Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen.
- Die genaue Gewichtung der Preisbestandteile verändert sich regelmäßig – unter anderem durch politische Entscheidungen und Entwicklungen auf den Energiemärkten.
- Netzentgelte und staatlich veranlasste Bestandteile machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus.
- Die Strompreiszusammensetzung wird unter anderem vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) regelmäßig ausgewertet.
Wie setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen?
Die Antwort auf diese Frage ist komplexer, als viele Verbraucher es wahrscheinlich vermuten. Es wird also Zeit, hier Klarheit zu schaffen. Der Preis pro Kilowattstunde besteht aus mehreren Bausteinen, die sich grob in drei Kategorien einteilen lassen:
- Strombeschaffung und Vertrieb: Hierzu gehören die Kosten für den Einkauf des Stroms an den Energiemärkten sowie die Aufwendungen des Stromanbieters für Vertrieb, Kundenservice und Abrechnung.
- Netzentgelte: Sie decken die Kosten für Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze. Da der Strom über viele Tausend Kilometer transportiert werden muss, sind leistungsfähige Netze unverzichtbar.
- Steuern, Abgaben und Umlagen: Dazu zählen unter anderem die Stromsteuer, die Mehrwertsteuer sowie verschiedene gesetzlich geregelte Umlagen und Abgaben wie die Konzessionsabgabe.
Wie hoch die einzelnen Anteile ausfallen, hängt vom jeweiligen Jahr und den politischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
Strompreiszusammensetzung 2026
Im Jahr 2026 besteht der Strompreis für private Haushalte aus den drei erwähnten Hauptbestandteilen. Nach aktuellen Analysen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entfallen erhebliche Anteile auf Netzentgelte sowie staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Steuern und Abgaben. Hinzu kommen die Kosten für Strombeschaffung und Vertrieb, die unter anderem von den Entwicklungen an den internationalen Energiemärkten beeinflusst werden.
Die genaue Verteilung kann je nach Tarif, Region und Netzgebiet variieren. Deshalb unterscheiden sich Strompreise verschiedener Anbieter oder Wohnorte teilweise deutlich.
Strompreiszusammensetzung 2025
2025 waren die Anteile teilweise anders gewichtet als im Folgejahr. Insbesondere Veränderungen bei den Netzentgelten, der Beschaffung sowie staatlichen Vorgaben wirkten sich auf die Preisstruktur aus.
Die Entwicklung zeigt, dass sich der Strompreis kontinuierlich verändert und von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird – von Investitionen in die Energieinfrastruktur bis hin zu internationalen Marktbewegungen oder gesetzlichen Anpassungen.
Jahr | Strombeschaffung & Vertrieb | Netzentgelte | Steuern, Abgaben & Umlagen |
2026 | 41,3 % | 24,9 % | 33,9 % |
2025 | 40,8 % | 27,8 % | 31,4 % |
Welche Bestandteile haben Einfluss auf den Strompreis?
Wer die Strompreis-Zusammensetzung verstehen möchte, sollte die wichtigsten Preisbestandteile genauer kennen. Sie bestimmen gemeinsam, was Verbraucher letztlich pro Kilowattstunde bezahlen. Der Begriff Strompreis beschreibt in der Regel den Preis pro Kilowattstunde (kWh) und damit die Kosten für den tatsächlichen Energieverbrauch. Er setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen wie Strombeschaffung, Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben zusammen. Der Stromtarif hingegen umfasst die gesamte Preisstruktur, die Kund*innen tatsächlich zahlen. Dazu gehören neben dem Strompreis im engeren Sinne auch der Grundpreis als fester Bestandteil sowie vertragliche Elemente wie Laufzeit oder Preisgarantien. Ein Stromtarif kombiniert somit den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis mit einem festen Grundpreis, deren Zusammenspiel die jährlichen Gesamtkosten bestimmt
Strombeschaffung und Vertrieb
Dieser Teil umfasst die Kosten, die entstehen, um Strom einzukaufen und an Endkunden zu liefern. Energieversorger beschaffen Strom an Börsen oder direkt bei Erzeugern und tragen dabei Preisrisiken, die beispielsweise durch Angebot und Nachfrage oder geopolitische Entwicklungen beeinflusst werden.
Hinzu kommen Aufwendungen für Kundenservice, Abrechnung, IT-Systeme und den allgemeinen Geschäftsbetrieb. Auch diese Kosten fließen in den Strompreis ein.
Netzentgelte
Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung der Stromnetze. Sie werden von den Netzbetreibern erhoben und von der Bundesnetzagentur reguliert. Mit diesen Einnahmen werden Bau, Betrieb, Wartung und Modernisierung der Infrastruktur finanziert.
Gerade im Zuge der Energiewende gewinnen Netzentgelte an Bedeutung. Der Ausbau erneuerbarer Energien, neue Stromleitungen sowie der steigende Bedarf durch Wärmepumpen und Elektromobilität machen umfangreiche Investitionen erforderlich.
Steuern, Abgaben und Umlagen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind staatlich veranlasste Preisbestandteile (Staatlich veranlasste Strompreisbestandteile | BMWE) . Dazu zählen unter anderem:
- Stromsteuer: Sie wird auf jede verbrauchte Kilowattstunde erhoben und fließt in den Bundeshaushalt.
- Mehrwertsteuer: Sie wird auf den gesamten Strompreis inklusive aller weiteren Bestandteile berechnet.
- Konzessionsabgabe: Diese erhalten Städte und Gemeinden dafür, dass Stromleitungen öffentliche Wege nutzen dürfen.
- Weitere Umlagen und gesetzliche Regelungen: Je nach aktueller Rechtslage können zusätzliche Bestandteile hinzukommen oder entfallen. Dazu zählen insbesondere die KWKG-Umlage zur Förderung der Kraft‑Wärme‑Kopplung, die Offshore‑Netzumlage für den Ausbau von Offshore‑Windenergie sowie der Aufschlag für besondere Netznutzung. Diese Umlagen werden gesetzlich festgelegt und können sich im Zeitverlauf ändern.
Welche Abgaben konkret erhoben werden, kann sich im Laufe der Zeit ändern. Deshalb unterscheidet sich die Strompreiszusammensetzung von Jahr zu Jahr.
Warum schwankt der Strompreis?
Der Strompreis wird nicht nur durch gesetzliche Vorgaben beeinflusst, sondern auch durch wirtschaftliche Entwicklungen. Steigende Beschaffungskosten, Investitionen in das Stromnetz oder internationale Krisen können ebenso Auswirkungen haben wie politische Entscheidungen zur Energieversorgung.
Auch der Ausbau erneuerbarer Energien und die zunehmende Elektrifizierung von Verkehr und Gebäuden verändern die Anforderungen an das Stromsystem. Diese Entwicklungen spiegeln sich langfristig ebenfalls in den Preisbestandteilen wider.
Warum unterscheiden sich Strompreise regional?
Nicht jeder Haushalt zahlt denselben Strompreis. Ein Grund dafür sind die regional unterschiedlichen Netzentgelte, die je nach Ausbauzustand und Struktur des jeweiligen Netzgebiets variieren können. Auch kommunale Konzessionsabgaben oder unterschiedliche Tarifmodelle der Stromanbieter tragen zu Preisunterschieden bei.
Deshalb lohnt es sich, Tarife regelmäßig zu vergleichen und neben dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde auch den Grundpreis zu berücksichtigen.
Fazit: Zusammensetzung des Strompreises
Die Frage „Wie setzt sich der Strompreis zusammen?“ ist somit erschöpfend beantwortet: Er besteht aus deutlich mehr als nur den Kosten für die Stromerzeugung. Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben bilden gemeinsam den Endpreis, den Haushalte bezahlen. Da sich diese Bestandteile regelmäßig verändern, entwickelt sich auch die Strompreiszusammensetzung von Jahr zu Jahr weiter. Wer die wichtigsten Einflussfaktoren kennt, kann seine Stromrechnung besser nachvollziehen und fundierte Entscheidungen bei der Tarifwahl treffen.


























